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Wieso, weshalb, warum ...

Der Schulbauernhof Emshof ist eine pädagogische Einrichtung in Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Emshof e. V.  Sein Ziel ist die Bildung vor allem von Kindern und Jugendlichen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung („sustainable development“). Der Emshof als Schulbauernhof bietet vielfältige Lernsituationen, um gemeinschaftlich und individuell sozial- und umweltgerecht handeln zu können.

Grundlage des stets handlungsorientierten gemeinsamen Lernens ist die praktische Tätigkeit auf dem Hof – Tierversorgung, Bestellen der Äcker, Ernten und Verarbeiten von Nahrungsmitteln zum Beispiel.

Der von uns vertretene Bildungsbegriff folgt dem KLAFKIs und sieht die nachhaltige Entwicklung als ein „epochales Schlüsselproblem“.
Für eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung als Leitidee sind Kompetenzen erforderlich, die als „Gestaltungskompetenz“ zusammengefasst werden. Der Schulbauernhof Emshof leistet vernetzt mit anderen schulischen und außerschulischen Einrichtungen seinen Beitrag dazu diese anzubahnen – mit dem Wissen, dass ihr Erwerb letztlich nicht überprüfbar ist.

Inklusion ist auf dem Schulbauernhof Emshof gelebter Alltag. Wir folgen einem weiten Verständnis von Inklusion mit dem Ziel Barrieren für alle Teilnehmer*innen auf dem Schulbauernhof Emshof auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu gehört Unterschiede wahrzunehmen, diversitätsbewusst zu arbeiten und zugleich Normalitätserwartungen zu reflektieren. Im Themenfeld der interkulturellen Bildung folgen wir dem rassismuskritischen Ansatz der Migrationspädagogik.

Durch die räumlichen Möglichkeiten des Emshofs als Schulbauernhof sind die Aktivitäten eingebunden in die täglichen Erfordernisse und Abläufe eines landwirtschaftlichen Betriebs im Wechsel der Jahreszeiten. Morgens versorgen die Gruppen die Hoftiere und helfen anschließend bei den jahreszeitlich anfallenden Tätigkeiten mit.

Je nach Alter der Teilnehmer*innen und ihren individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten werden die Inhalte und Abläufe entsprechend angepasst.

Dabei steht das Thema „Landwirtschaft und Ernährung, Naturschutz und Biodiversität“ ausgehend von der lokalen und regionalen Situation mit Blick auf globale Aspekte im Fokus. Zusätzlich werden in Abhängigkeit davon, ob die Teilnehmer*innen im Rahmen einer Tagesveranstaltung, mehrmals im Jahr oder wöchentlich auf dem Hof sind, Themen zum Grundwasser- oder Klimaschutz vertiefend behandelt. Da die Themen an praktische Tätigkeiten angebunden sind, ergeben sich Aspekte auch situativ. Das bedeutet: Während der praktischen Tätigkeiten entwickeln die Teilnehmer*innen Fragen, die es mithilfe von didaktisch aufbereiteten Materialien zu beantworten gilt. Die Teilnehmer*innen stehen dabei im Mittelpunkt. Anknüpfend an ihre Lebenswirklichkeit erfolgt ein Wissens- und Kompetenzzuwachs in Hinblick auf globale Aspekte sehr individuell. So geht es beispielsweise beim Säen, der Anzucht, dem Düngen und Pflegen um die Aspekte Grundwasser- und Bodenschutz und ökologischer Anbau, bei der Schaffütterung und der Wollverarbeitung um den Aspekt Naturschutz durch Schafe, bei der Getreideverarbeitung („Korn zum Brot“) um Aspekte wie Diversität oder Grundwasserschutz.

Kinder und Jugendliche, aber auch die jungen auf dem Hof arbeitenden Freiwilligen erweitern nicht nur ihre sozialen Kompetenzen. Die Angebote, in denen Praxis, Theorie und eigenes Handeln eng miteinander verzahnt sind, dienen der Verbraucher- und Bewusstseinsbildung und der Erweiterung des selbstständigen und selbstverantwortlichen Handelns.

Rückblick

Von Anfang an dachte der Emshof inklusiv legte konzeptionelle Grundlagen mt dem Modellprojekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Themenfeld Landwirtschaft und Ernährung – kologisches und soziales Lernen für Menschen mit und ohne Behinderung – am Beispiel des Emshofes“ von August 2001 bis Dezember 2003.