Neues vom Emshof

Feierliche Eröffnung der Scheune und 30-jähriges Vereinsjubiläum

Am Sonntag, den 4. September wurde die sanierte Scheune auf dem Schulbauernhof Emshof feierlich eröffnet. Gleichzeitig konnte das 30-jährige Bestehen des Emshof e.V. gewürdigt werden.  Geplant war ein großes Hoffest zum Vereinsjubiläum, das aber unter den gegebenen Rahmenbedingungen des Covid 19 nicht realisiert werden konnte.

Der Verein hofft, dass das Jubiläumshoffest am 12.09.2021 nachgeholt werden kann.

Statt eines großen Hoffestes wird die Eröffnung der sanierten Scheune zum Anlass genommen auch auf die Geschichte des Vereins hinzuweisen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Sanierung der Scheune, die 20 Jahre lang mit einem Bauzaun umstellt war und vor dem Verfall stand, nun zum Abschluss gekommen ist.“, so Wolfgang Blanke, Vorsitzender des Vereins. Entstanden sind zwei sehr gut nutzbare Räume (Kinderwerkstatt, Multifunktionsraum) und viel Lagerfläche.

Zum Ablauf der Scheuneneröffnung

11.30 Uhr          Begrüßung und Rückblick (Wolfgang Blanke, Vorsitzender)

11.45 Uhr          Grußworte

                            Markus Lewe (Oberbürgermeister der Stadt Münster)

                            Otto Reiners (Bündnis 90/Die Grünen)

                            Matthias Peck (Dezernat Wohnungsversorgung, Immobilien und Nachhaltigkeit Münster)

                            Niko Lancier (Geschäftsführender Vorstand: Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit)

12.45 Uhr          Rundgang mit dem Architekten Sven Winkelmann

 

Die CDU Bundestagsabgeordnete Sibylle Benning aus Münster, die ebenfalls einige Grußworte sprechen wollte, konnte wegen eines dringenden Termins leider nicht teilnehmen und gratuliert zum 30-jährigen Bestehen des Vereins und zur Scheuneneröffnung.

Niemand hat mehr daran geglaubt, dass die Scheune, die seit 1997 ungenutzt und mit einem Bauzaun umstellt vor sich hingammelte aus den Ruinen aufersteht. Mit aufgerissenem Dach durch das es hindurchregnete, ohne Boden, marodem Mauerwerk und innen mit jeder Menge Schutt und Müll und mit einem Bauzaun umstellt – so präsentierte sich das Scheunenwerk auf dem Gelände des Schulbauernhofs unmittelbar am Emsauenradweg.
Aber dann hatte jemand eine Idee. Otto Reiners, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen aus Münster, der wegen einer anderen Angelegenheit den Emshof besuchte, informierte sich, ob es möglich wäre, den Umbau der Scheune mit einem Beschäftigungsprojekt zu verknüpfen.

Wo ein Wille – da ein Weg

Nach den ersten Sondierungen war klar: Träger des Projektes sind neben dem Schulbauernhof Emshof, die Stadt Münster, das Jobcenter Münster und ein Beschäftigungsträger: die Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit (kurz FAGA).
Der Rat der Stadt Münster stellte 500 000 € zur Verfügung, davon sind rund 400 000 € für die unmittelbare Sanierung (Fachfirmen und Material) und 100 000 € für die Organisation, Begleitung und Anleitung von FAGA und Emshof.
Fachfirmen setzten das Gebäude grob in Stand (Dach, Ständer- Mauerwerk). Die FAGA befreite die Scheune von Schutt und Müll und mauerte z.B. die Rundbögenfenster, sanierte das Mauerwerk und kümmerte sich um die Außenbereiche).

Einige O-Töne des Tages:

Markus Lewe: “An der Scheunensanierung haben viele Akteure Hand in Hand gearbeitet: der Emshof e.V., die Stadt Münster insbesondere auch das Jobcenter, als Beschäftigungsträger die Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit und die beteiligten Fachfirmen. Es ist damit zweifelsohne auch ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt. Ein Stück neues Lebensumfeld, für die jungen Menschen, die hierherkommen, ist entstanden. Der Emshof ist damit einmal mehr ein Ort, an dem sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen und gleichzeitig gemeinsam lernen und auch spielen können. Und so ist der heutige Tag, nicht nur ein guter Tag für den Emshof, sondern auch ein guter Tag für die Zukunft für das wichtigste, was wir haben. Jede Investition in unsere Bildungseinrichtungen ist eine Investition in unsere Kinder, eine Investition in die Zukunft unserer Stadt und unsere Region.“

Otto Reiners: „Wenn die Sanierung einer Scheune den Menschen die daran beteiligt waren, so viel Freude bereitet, dann wird deutlich, dass im Vordergrund nicht nur der Erhalt des historischen Hofensembles stand. Viel bedeutungsvoller ist. Die Scheune wurde saniert von Münsteraner*innen die bislang keine Perspektive auf einen Arbeitsplatz hatten. Bei der baulichen Ertüchtigung der Scheune konnten die Beteiligten wieder handwerkliche Fähigkeiten ausprobieren, miteinander Spaß haben, ihr Selbstwertgefühl steigern und sie haben vor allem jeden Tag, nach der vollbrachten Arbeit gesehen, was sie geschafft haben. Aus diesen gewonnenen Erfahrungen lässt sich nur eins lernen. Wir brauchen in Münster noch mehr Projekte dieser Art, welche ökologische und soziale Ziele verknüpft und wobei es gleichzeitig noch zu einem nachhaltigen Wert für die Stadt kommt. Die Kinder und Jugendlichen werden hoffentlich lange diese Ergänzung des Emshofs genießen können.“

„Die Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit ist sehr glücklich, Teil der Sanierung des Scheunengebäudes und damit der Geschichte des Schulbauernhofs zu sein“ erklärt der langjährige Geschäftsführer der Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit (FAGA) Michael Großhauser. So konnten bisher 23 Teilnehmende, die Leistungen vom Jobcenter Münster beziehen, ermöglicht werden, berufliche Perspektiven über die Arbeit am Emshof zu entwickeln. Fünf Teilnehmende konnten aus dem Projekt, dass auch ein durch die FAGA angebotenes Jobcoaching beinhaltet, bereits in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übergehen. Eine Teilnehmerin entwickelte über das Projekt die Motivation, ihren Schulabschluss nachzuholen und plant, im Anschluss eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin zu beginnen.

„Die Identifikation mit der naturnahen Arbeit, dem Schulbauernhof als Lernort für Kinder und den dortigen oftmals ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehe ich als Erfolgsrezept dieser Arbeitsgelegenheit.“ erklärt Niko Lancier, Projektverantwortlicher der FAGA.

Sascha Unger, Tischlermeister und Arbeitsanleiter der FAGA ist überzeugt, vielen Teilnehmern neue Perspektiven eröffnen zu können: „Die TeilnehmerInnen kommen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen zu uns. Im Projekt können sie die verschiedensten handwerklichen Tätigkeiten entdecken und erproben. Nicht zuletzt aufgrund der geregelten Tagesstruktur sind bei fast allen TeilnehmerInnen positive Entwicklungen zu beobachten.“

Der Schulbauernhof Emshof kann die Scheune zukünftig nutzen und ist froh, dass mit dem Erhalt gleichzeitig das Ensemble der Hofstelle bewahrt bleibt.
Die Kooperation des Schulbauernhof Emshof mit der FAGA geht aufgrund der guten Erfolge vorerst bis Ende 2021 weiter und zwar mit neuen Arbeitsinhalten wie z.B. dem Bau eines Erdkellers, einer Wasserzisterne und einigem mehr.

Auch die Westfälischen Nachrichten haben über das feierliche Ereignis berichtet. Zum Artikel gelangen Sie hier

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