Im Zentrum stand die Didaktik des außerschulischen Lernens – praxisnah, handwerklich gedacht und konsequent vom Lernprozess her. Gemeinsam sind wir der Frage nachgegangen: Wie kann außerschulisches Lernen beginnen, ohne gleich ein großes Konzept schreiben zu müssen?
Lernen beginnt mit einer guten Frage
Nach einer gemeinsamen Hoferkundung wurden bereits erste „didaktische Brillen“ aufgesetzt. Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen an konkreten Lernsettings. Grundlage war ein bewusst einfach gehaltener Mini-Auftrag:
- eine Leitfrage formulieren
- eine Tätigkeit beschreiben
- ein Lernprodukt benennen
Dabei wurde deutlich: Außerschulisches Lernen beginnt nicht am Lernort – sondern mit einer guten Frage.
Eine gute Leitfrage ist offen, nicht abfragbar. Sie zielt auf Verstehen, Bewerten oder Entscheiden, verbindet Ort und Thema und öffnet Räume für eigene Auseinandersetzung.
Nicht weniger zentral war der Blick auf die Tätigkeit: aktiv sein, beobachten, messen, vergleichen, entscheiden – möglichst typisch für den Ort und so in der Schule nicht leistbar. Das Lernprodukt schließlich machte Lernen sichtbar, ohne zu prüfen: als Plakat, Fotostory, Audio-Beitrag, Argumentationskarte oder Kurzpräsentation.
Didaktische Brillen: Lernort neu denken
Gearbeitet wurde mit unterschiedlichen didaktischen Zugängen:
- der außerschulische Lernort als Lernmedium,
- als BNE-Dilemma-Raum (Zielkonflikte, Unsicherheiten, Abwägungen),
- als Kompetenzraum für Selbstwirksamkeit, Perspektivwechsel und Verantwortung.
Die Ergebnisse der Gruppen waren differenziert, kreativ und sehr überzeugend. Deutlich wurde: Es braucht kein perfektes Konzept, um anzufangen. Eine klare Ziel-Fragestellung reicht, um ins Tun zu kommen.
Der Emshof diente dabei bewusst als Beispiel, nicht als Maßstab für außerschulisches Lernen.
Wo stehen die Schulen aktuell?
Zum Einstieg wurden die Teilnehmenden mit einer Post-it-Methode gefragt, wo sie aktuell stehen. Das entstehende Bild war vielschichtig – und zugleich sehr klar:
Warum außerschulisches Lernen?
Lehrkräfte verbinden damit Motivation, Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Praxisnähe, Lebensweltbezug, neue Erfahrungsräume, Berufsorientierung und insbesondere Chancen für Schüler*innen aus bildungsfernen Familien. Lernen soll erfahrbar, anschaulich und bedeutsam werden.
Was bremst?
Zeitmangel, strukturelle Rahmenbedingungen, Mobilität, Unsicherheiten im Kollegium, Lehrpläne, fehlende Erfahrung in der Organisation, große Klassen, Transportfragen und die Sorge vor zusätzlichem Aufwand prägen den Schulalltag vieler Teilnehmender.
Was ist ein realistischer erster Schritt?
Klein anfangen: lokale Lernorte recherchieren, eine Idee konkretisieren, eine Leitfrage formulieren, mit Kolleginnen sprechen, Interessen der Schülerinnen abfragen, einen ersten Partner anfragen. Nicht alles auf einmal – sondern gezielt losgehen.
Mit Rückenwind zurück in die Schule
Am Ende verließen die Teilnehmenden den Emshof mit spürbarem Motivationsschub, guten Argumenten, einem erweiterten didaktischen Verständnis und einer konkreten Idee, wie sie außerschulisches Lernen in ihren Schulalltag einbringen können. Widerstände wurden nicht ausgeblendet – aber sie wirken nun handhabbar.
Oder anders gesagt:
Außerschulisches Lernen beginnt nicht mit dem Bus – sondern mit einer guten Frage.





